´Freundschaft ist die Blüte eines Augenblicks

und die Frucht der Zeit!`

(August von Kotzbeue)

 
6.2   Freies Spiel

 

 

6.1 Wir leben keine Trends

Die Kindergartenpädagogik wird immer wieder von Trends wie „Waldkindergarten“, „Genderpädagogik", „Reagge Kindergarten“ usw. heimgesucht. Wir befassen uns gern mit diesen Themen und richten evtl. Aktivitäten danach aus, können uns aber nicht damit anfreunden von diesen Trends unser gesamtes pädagogisches Konzept bestimmen zu lassen. Dem Versprechen auf breiter Ebene zu arbeiten, wäre dann nicht mehr Genüge getan. Wichtig ist uns, dass die Kinder im Spiel und in der Bewegung die Welt entdecken und sich so für das spätere Leben vorbereiten. 

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6.2 Freies Spiel

Die Kinder wählen den Raum, die Spielecke, das Material und Spielpartner selbst aus. Es dauert eine Weile, bis das „neue Kind“ sich so selbständig in Haus und Garten bewegt. Es stehen den Kindern Konstruktionsmaterial, Puzzle- und Regelspiele, Bilderbücher, Knetmasse, mal- und Bastelutensilien, Bauecke, Puppenecke und anderes mehr zur Verfügung. Das Spiel- und Beschäftigungsangebot wird allen Altersstufen gerecht, hat Aufforderungscharakter, bietet Lerninhalte, ermöglicht selbständiges Handeln und Experimentieren, regt Kreativität und Phantasie an und ist vielseitig einsetzbar. Es ist uns wichtig, dass die Kinder die Wertigkeit des Materials sehen und sorgsam damit umgehen. In die Instandhaltung und Materialpflege werden sie einbezogen. Sie werden auch aufmerksam gemacht, wenn etwas zur Reparatur gegeben wird, damit sich keine Wegwerfmoral entwickelt. Außerdem wollen wir das Konsumverhalten steuern und den Kindern aufzeigen, dass man nicht kaputt machen und einfach so wieder Neuer kaufen kann. Freies Spiel findet auch im Garten statt. Die Kriterien und Regeln dafür sind mit denen für das freie Spiel in den Räumen identisch.

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6.3 Der Mittagstisch

Ca. 30 Prozent unserer Kinder nehmen am Mittagstisch teil. Die Kinder entscheiden hier, wie auch bei den sonstigen Mahlzeiten, selbst wie viel sie essen wollen. Wir versuchen die Kinder zum Probieren von Speisen, die ihnen fremd sind zu motivieren. Dazu trägt auch ds gruppeninterne Backen und Zubereiten von Speisen zu Festen oder besonderen Anlässen bei.
Das Essen wird von der Küche des ortsansässigen Restaurants geliefert. Die Kost ist ausgewogen, gesund, abwechslungsreich und schmackhaft. Das Mittagessen wird auch als Kommunikationsrunde genützt. Vor allem sollen die Kinder sich an die festgelegten Tischsitten halten. Dazu gehört auch, das wir uns erst anderen Beschäftigungen zuwenden, wenn alle Kinder mit dem Essen fertig sind. 

 

tellerrand

 

 

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6.4 Die Ganztageskinder

Unser Kindergarten öffnet bereits um 7.00 Uhr. In der Zeit von 7.00 – 8.00 Uhr werden die Kinder, deren Eltern bereits ab dieser Zeit gebucht haben, in zwei Gruppen gesammelt und vom Frühdienst betreut. Unsere Ganztageskinder erhalten um 12.00 Uhr ein warmes Mittagessen und begeben sich ab ca. 13.00 Uhr zur Mittagsruhe in den Turnsaal. Dort findet jedes Kind seine eigene Liege mit persönlicher Decke, Kissen und Kuscheltier. Gegen 14.00 Uhr gehen die Kinder, die nicht eingeschlafen sind, wieder in den Gruppenraum zum freien Spiel. Zwischen 15.00 und 17.00 Uhr haben die Eltern dieser Kinder die Möglichkeit, ihr Kind abzuholen. 

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6.5 Gleitendes Frühstück

Während des Freispiels entscheiden die Kinder selbst, wann und mit wem sie gerne am „Brotzeittisch“ sitzen würden, um gemeinsam zu frühstücken. Hier entwickeln sich viele Gespräche und lassen sich so einige Freundschaften knüpfen bzw. auffrischen. Nach Beendigung des Frühstücks übernehmen die Kinder eigenverantwortlich hauswirtschaftliche Tätigkeiten, wie Müll in entsprechenede Behälter entsorgen (Mülltrennung), Geschirr spülen, Taschen wegbringen. Auch nachfolgende Kinder wollen sich an einen sauber gedeckten Tisch setzen. 

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6.6 Gemeinsames Essen

Das gemeinsame Essen ist uns auch wichtig, besonders bei Festen oder Aktionen. Die Kinder genießen es, wenn das pädagogische Personal an ihrem Tisch sitzt. Damit kann man vielleicht kompensieren , dass sich in manchen Familien, bedingt durch Schichtarbeit oder Berufstätigkeit beider Elternteile nur noch selten alle Familienmitglieder zur gemeinsamen Mahlzeit einfinden können. Manchmal entwickeln sich dabei auch schöne und interessante Gespräche. Diese gemeinsamen Mahlzeiten fördern zudem das Gruppengefühl und wecken das Interesse der Kinder unter- und aneinander. Bei diesen Essen ist es uns wichtig, dass die Kinder sitzen bleiben und sich an unsere vorgegebenen Tischsitten halten. 

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6.7 Der Blick über den Tellerrand

Andere pädagogische Ansätze, Arbeits- und Vorgehensweisen interessieren uns immer. Wir profitieren von Kontakten zu anderen Einrichtungen (Kindergärten, Förderstellen usw.) im heimischen Raum. Jede Erzieherin hat außerdem Kontakte zu anderen Kollegen aus früheren Einrichtungen oder der ausbildungszeit, die in Gesprächen anregungen und Informationen weitergeben. Zudem bieten Konferenzen, Fortbildungen und Treffen immer wieder die Möglichkeit, sich weiterzubilden, Erfahrungen auszutauschen und Unterstützung zu holen.

 

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6.8 Unser teiloffenes Konzept

Nach der Eingewöhungsphase in der Stammgruppe, besteht für die Kinder die Möglichkeit in der sogenannten ´offenen Freispielzeit`, anderen Gruppen einen Besuch abzustatten. Dazu melden sie sich beim Gruppenpersonal ab und teilen mit, wohin sie sich begeben. Am Ende dieser Zeit ertönt ein Gong, der die Besuchskinder daran erinnert, wieder in ihre Stammgruppe zurückzukehren. Dies ermöglicht den Kindern, den Kindergarten in seiner Vielfalt und die Kinder in anderen Gruppen kennen zu lernen, evtl. alte Freunde zu besuchen oder neue Freundschaften zu finden.
Zudem treffen sich alle Kinder einmal im Monat an den ´Aktionstagen` im Mehrzweckraum, um gemeinsam an einem Angebot durch das pädagogische Personal teilzunehmen.

 

6.9 Unsere Projektgruppen

Unsere Vorschulkinder haben einmal wöchentlich am Nachmittag an sogenannten Projektarbeitsgruppen teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig und bedarf der Genehmigung der Eltern. In dieser Gruppe bestimmen die Kinder in einer Kinderkonferenz die Gruppenregeln, das zu erarbeitende Thema, die Vorgehensweise und die Dauer. Am Ende des Tages wird in einer Abschlussrunde noch einmal der Tagesablauf und sein Lernerfolg besprochen. Möchte die Gruppe ein neues Gebiet erforschen, schließt sie das vorhergehende Thema mit einem kleinen Fest ab. Hierzu werden auch die Eltern eingelden. Die pädagogischen Ziele liegen in dieser Gruppe vor allem im sozialen Bereich und in der Eigenverantwortlichkeit der Kinder.

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6.10 Unsere Vorschulprojekte

Auch die Vorbereitung der Kinder auf die Schule findet in entsprechenden Projekten am Vormittag statt.

Dazu gehört das phonologische Programm, aufgearbeitet durch unseren ´außerirdischen Wuppi`. Dieser benötigt unbedingt Hilfe duch die Kinder, um das Zuhören zu erlernen, die Sprache in ihren Bestandteilen kennen zu lernen, damit er König auf dem ´Planeten Wupp` werden kann.

Im Zahlenland beschäftigen sich die Kinder mit Formen, Mengen und dem Zahlenraum bis 10. Hilfe bekommen sie durch die ´Fee Vergißmeinnicht`, die den Kobold ´Kuddelmuddel` immer wieder in die Schranken weist.

Fertigkeiten und Sachwissen sind die Schwerpunkte in den Workshops. Ebenso das Arbeiten auf der eindimensionalen Ebene mit der Orientierung von Links nach Rechts, von Oben nach Unten, sowie der Konzentration und Ausdauer und weiteren Kompetenzen.

Bei einem Abend zu Beginn des Kindergartenjahres werden die Eltern über diese Art der Vorschulerziehung informiert.

Unsere Kinder im vorletzten Kindergartenjahr freuen sich ebenfalls über die Erarbeitung eines Projekts. Der ´Marienkäfer Agatha` besucht ebenfalls einen Kindergarten und erlebt dort so manches Abenteuer. In diesem Programm steht vor allem die Bewegung und Wahrnehmeung im Vordergrund.

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6.11 Unser Beschwerdemanagement

In den einzelnen Gruppen finden regelmäßig Kinderkonferenzen und Reflexionsrunden statt. In diesen können Kinder gezielt ihre Meinung äußern, mitbestimmen bei Angeboten und Themen, gemeinsam Konfliktlösungsstrategien entwicklen, ihre Gefühle äußern und sich einbringen. Sie erleben sich dadurch als ernstzunehmende Persönlichkeiten und stärken ihr Selbstbewusstsein. Zugleich lernen sie ihr Gegenüber auch als Person mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen kennen und diese zu respektieren. Natürlich haben nicht nur die Eltern die Möglichkeit, Anregungen bei der Leitung des Kindergartens vorzubringen, sonder auch die Kindern. Die Tür zum Büro steht für diese immer offen. In einem lockeren Gespräch lässt sich der ein oder andere Konflikt manchmal leichter lösen oder Anregungen finden ihre Umsetzung im Alltag.

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6.12 Unsere Veränderungen

Bedingt durch geburtenstarke Jahrgänge durften wir uns erweitern. Bewärht hat sich inzwischen unsere ´Mäusegrupee`. Sie wird von Kindern im Alter von 2,75 bis 3,5 Jahren besucht. hier werden dem Alter den Kinder entsprechend andere Schwerpunkte in der Förderung der Kinder gesetzt, als in den Regelgruppen. Siehe dazu auch ds pädagogische Konzept der Mäusegruppe im Anhang.

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6.13 Der Tagesablauf

In der Bringzeit ist Leben im Haus. Mütter und Väter wechseln ein Wort mit der Erzieherin, Eltern warten aufeinander, weil sie sich etwas mitteilen wollen, die Kinder müssen den Erzieherinnen etwas erzählen, was sie außerhalb der Kindergartenzeit erlebt haben und vieles mehr. In dieser Zeit widmen sich die Kinder dem freien Spiel, die Erzieherinnen beobachten die Kindergruppen oder bringen sich bei Bedarf in das Spiel ein. Sie versuchen auch manchmal noch die eine oder andere Vorbereitung zu treffen oder ein dringendes Telefonat zu erledigen, um sich in der Kernzeit voll den Kindern widmen zu können.

Wenn die Haustür um 8:15 Uhr abgeschlossen ist und alle Kinder anwesend sind, wird es ruhiger. die Kinder begrüßen sich im Morgenkreis und erfahren den Tagesablauf mit seinen Schwerpunkten. Im freien Spiel können sie anschließend den Spielgefährten, das Spielmaterial, die Spielecke oder den Raum (in Absprache mit der Erzieherin) selbst wählen. In dieser Zeit könen sie die Spielart, Spieldauer und Spielintensität selbst bestimmen, aber auch entscheiden, ob sie das Geschehen nur beobachten oder sogar einmal ausruhen wollen.

Das Selbstwählen und Mitbestimmen macht die Freiheit der Kinder während des Freispiels aus. Jede Freiheit hat aber auch Begrenzungen, die sich z. B. durch die Räumlichkeiten, die Materialien, die Fähigkeit des Kindes, die Aufsichtspflicht der Erzieherin, die Anzahl der Kinder in der Gruppe und die geplanten Vorhaben des pädagogischen Personals ergibt. Die Kinder fühlen sich geborgen, wenn Grenzen und Regeln deutlich sind und die Absprachen stattfinden. Das gibt ihnen Halt und Sicherheit. Die Erzieherin muss, so weit wie möglich, Bewegungs- und Freiräume schaffen, damit das einzelne Kind in seiner Entwicklung nicht behindert wird. Freispiel ist in seiner Eigenschaft ein Übungsfeld für soziale Kontakte und Freundschaften, Lösungen in Konfliktsituationen zu erlernen und Entscheidungen zu treffen, sowie Lernen durch das Nutzen der unterschiedlichsten Spiele und Spielmaterialien.

Gegen 9:30 Uhr beginnt in der Regel das gezielte Angebot in der Gruppe. Hier setzt das pädagogische Personal gezielt Entwicklungsimpulse durch verschiedene Angebote in Kleingruppen. Bereits während der Freispielzeit, die lang genug ist, können Kinder zu gezielten Angeboten aufgefordert werden. Dabei wird natürlich auf die Spielintensität der Kinder Rücksicht genommen.

Gegen Ende der Kernzeit steht noch einmal eine Bewegungseinheit auf dem Programm. Wir begeben uns in unseren weitläufigen Garten mit seinen vielfältigen Spielangeboten, die die Kinder wiederum frei wählen können. Je nach Bedarf folgt im Voraus ein Angebot für die Gesamtgruppe im Stuhlkreis.

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6.14 Wir bilden aus

Wir brauchen auch in Zukunft pädagogisches Personal, das Kompetenz, nötiges Fachwissen und Durchhaltevermögen mitbringt. Deshalb müssen wir uns immer wieder darum bemühen, qualifizierten Nachwuchs auszubilden.

Auszubildende bzw. Schüler(innen) im sozialpädagogischen Bereich brauchen Erfahrungen in der Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Kindertagesstätte ist somit eine Ausbildungsstätte. Um den Schülern gerecht zu werden ist es erforderlich, dass der Praxisanleiter Kontakt zu Schule bzw. Fachschule hält.

Wenn sie zwei- bis dreimal im Jahr für kurze Dauer von ein bis zwei Wochen neue Gesichter in unserem Kindergarten sehen, handelt es sich dabei meist um Schülerinnen der Mittel- oder Realschule bzw. des Gymnasiums. Sie sollen im Rahmen des Sozialkundeunterrichts erste Einrdrücke vom Berufsleben sammeln.

Schülerinnen der Berufsfachschule für Kinderpflege haben ebenfalls die Möglichkeit ihr ausbildungsbegleitendes Praktikum in unserer Einrichtung zu absolvieren. Sie bekommen aus dem theoretischen Unterricht bestimmte Aufträge mit, die sie in der Praxis erbroben bzw. durchführen sollen. Die Lehrkräfte führen Praxisbesuche durch und erkundigen sich über den Verlauf des Praktikums und die Entwicklung des Praktikanten. Zudem erhalten die Praktikanten von der Praxisstelle eine halbjährliche schriftliche Beeurteilung.

Erzieherpraktikanten können ebenfalls ihre praktische Ausbildung bei uns machen. Dazu sind sie ein Jahr lang als Drittkraft in einer Gruppe tätig. die Fachakademie für Sozialpädagogik betreut die Studierendden im Sozialpädagogischen Seminar. Hier besuchen die Lehrkräfte ebenfalls zweimal jährlich die Einrichtung, um die Praktikantin zu beobachten und zu beurteilen. Der Praktikant legt am Ende seiner Praktikumszeit in der Einrichtung die praktische Prüfung a

 

Ausbildung

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