Tagesablauf_Uhr_klein

 

7.9 Der Tagesablauf

In der Bringzeit ist Leben im Haus. Oft kommen Geschwisterkinder mit, die sich ganz schnell in eine Spielecke verziehen, Mütter und Väter wechseln ein Wort mit der Erzieherin, Eltern warten aufeinander weil sie sich etwas sagen wollen, die Kinder müssen den Erzieherinnen etwas erzählen, was sie außerhalb der Kindergartenzeit erlebt haben und anderes mehr. In dieser Zeit widmen sich die Kinder dem freien Spiel, die Erzieherinnen beobachten die Kindergruppen oder bringen sich bei Bedarf in das Spiel ein. Sie versuchen manchmal noch die eine oder andere Vorbereitung zu treffen oder ein dringend anstehendes Telefonat zu erledigen.

Wenn die Haustür um 8.15 Uhr abgeschlossen ist und alle Kinder anwesend sind, wird es ruhiger. Die Kinder haben im freien Spiel zueinander gefunden. Im Freispiel können die Kinder den Spielgefährten, das Spielmaterial, die Spielecke oder den Raum (letzteres in Absprache mit der Erzieherin) selbst wählen. Sie können die Spielart, Spieldauer und Spielintensität selbst bestimmen. Sie können entscheiden, ob sie das Geschehen nur beobachten oder sogar einmal ausruhen wollen.

Die Freispielzeit von 8.15 bis ca. 9.30 Uhr ist lang genug, um immer wieder Kinder zur Kleingruppenarbeit herauszuholen. Dabei wird natürlich auf die Spielintensität der Kinder Rücksicht genommen. Hat sich ein Bautrupp gebildet, dessen Vorhaben es z. B. ist, ein Parkhaus zu bauen, Karten und Geld zum Verkauf zu basteln, Karten an die Kinder zu verkaufen und die Schranken zu öffnen und schließen, ist eine Störung dieser umfassenden Spiel- und Lerneinheit unangemessen. Dann sollte man diese Kinder für eine Unterweisung am nächsten Tag einplanen. Es ist sinnvoll, wichtige Vorhaben am Vortag mit den Kindern abzusprechen, dann können sie ihr Spielvorhaben mit den Freunden besser planen.

Das Selbstwählen und Mitbestimmen macht die Freiheit der Kinder während des Freispiels aus. Jede Freiheit hat aber auch Begrenzungen, die sich z. B. durch die Räumlichkeiten, die Materialien, die Fähigkeit des Kindes, die Aufsichtspflicht der Erzieherin, die Anzahl der Kinder in der Gruppe und wie schon aufgezeigt, die geplanten Vorhaben des pädagogischen Personals ergibt. Die Kinder fühlen sich geborgen wenn Grenzen und Regeln deutlich sind und Absprachen stattfinden. Das gibt ihnen Halt und Sicherheit.

Die Erzieherin muss, so weit wie möglich, Bewegungs- und Freiräume schaffen, damit das einzelne Kind in seiner Entwicklung nicht behindert wird. Freispiel ist in seiner Eigenschaft ein Übungsfeld für soziale Kontakte und Freundschaften, Lösungen in Konfliktsituationen erlernen und Entscheidungen treffen sowie Lernen durch das Nutzen der unterschiedlichsten Spiele und Spielmaterialien.

Tagesablauf

 

 

 

 

 



 





 


  Tagesablauf Uhr